11.11.2024
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Zwischenruf

Umbrüche in Deutschland und den USA - was die Wahlen für die Wirtschaft bedeuten

Umbrüche in Deutschland und den USA - was die Wahlen für die Wirtschaft bedeuten

Die Mehrheit der US-Bürger hat sich für Donald Trump entschieden, und damit brechen neue Zeiten an, deren Auswirkungen auch in Europa zu spüren sein werden. Auch in Deutschland stehen große Veränderungen bevor, denn die „Ampel-Regierung“ ist am Ende. Die Neuwahlen eröffnen neue Möglichkeiten – und bringen gleichzeitig Unsicherheiten mit sich.

Was bringt die Zukunft? Ein Blick auf die USA
Mit Donald Trump als Präsident rechnen Investoren mit einer wirtschaftsfreundlichen Politik. Die Wall Street begrüßt die Aussicht auf Steuersenkungen und wachstumsorientierte Maßnahmen. Trumps Motto „America first“ wird jedoch Auswirkungen auf die Beziehungen zu China haben. Handelskonflikte und höhere Zölle könnten zu Gegenreaktionen und Sanktionen seitens der Chinesen führen – was auch Europa, insbesondere Deutschland als Exportnation, betreffen wird.

Die deutsche Wirtschaft unter Druck
Die deutsche Wirtschaft steht vor strukturellen Herausforderungen. Viele Branchen leiden unter fehlenden Arbeitskräften, hohen Sozialausgaben und einem Rückgang der Leistungsbereitschaft. Steigende Energiekosten, Bildungsdefizite und ein Investitionsstau in der Infrastruktur belasten das Wachstum zusätzlich. Diese Schwächen sind nicht nur temporär, sondern struktureller Natur, was uns als exportorientiertes Land besonders verwundbar macht.
 
Es besteht die Gefahr, dass Deutschland in einem verschärften geopolitischen Umfeld an wirtschaftlicher Bedeutung verliert. Auch die deutsche Rentenkasse steht vor einer Belastungsprobe. Da das Rentensystem auf einem Generationenvertrag basiert und nicht kapitalgedeckt ist, muss die steigende Zahl von Rentnern von immer weniger Beitragszahlern unterstützt werden – eine Entwicklung, die zum Dilemma für die zukünftige Generation werden wird.
 
Globale Unsicherheiten und neue Chancen
Blickt man über Deutschland hinaus, so bleibt die weltpolitische Lage angespannt. Konflikte im Nahen Osten, Spannungen zwischen China und Taiwan und Russlands aggressives Vorgehen halten die Weltgemeinschaft in Atem. Dennoch zeigt die Weltwirtschaft Wachstum, insbesondere in Asien. Schwellenländer wie Indien und Indonesien entwickeln sich zu den Wachstumsmotoren, und die USA bleiben der wichtigste Taktgeber der westlichen Welt.
 
Doch die Kehrseite ist eine steigende Staatsverschuldung. Trumps Politik wird, so sind sich Ökonomen einig, die US-Schulden in neue Höhen treiben. Deutschland steht ebenfalls vor einem Dilemma: Massive Investitionen wären notwendig, um die Wirtschaft zu stärken. Doch die Schuldenbremse schränkt die Handlungsmöglichkeiten erheblich ein. Langfristig könnte sich die Politik zwischen Rentenkürzungen oder einer Neuverschuldung entscheiden müssen. Man muss kein Prophet sein: Die Tage der Schuldenbremse in der aktuellen Form sind gezählt.
 
Chancen in der Unsicherheit
Die politischen Umbrüche bieten auch Chancen. Europa hat in der Vergangenheit bewiesen, dass es in Krisenzeiten zu neuen Lösungen fähig ist. Und trotz aller Unsicherheiten zeigen die Kapitalmärkte eine überraschende Robustheit. Die beste Strategie bleibt, global zu investieren und vom Wachstum internationaler Märkte zu profitieren.
 
Unsere Perspektive: Deutschland im globalen Portfolio
 Auch wenn die Lage in Deutschland kritisch bleibt, sollten wir uns vor Augen halten, dass der Investmentansatz von Dr. Jörg Richter die Welt anders betrachtet. Deutschland spielt im globalen Portfolio nur eine untergeordnete Rolle. Die Zukunft liegt im internationalen Wachstum. Die Renditen zum Abschöpfen sind weltweit verteilt.
 
Von Dr. Jörg Richter, CFP, CEP, CFEP
Dr. Richter Kanzlei für Vermögen GmbH